Stunden- oder tageweise auf Nahrung verzichten

Beim Intervallfasten sollten viele kalorienarme Getränke konsumiert werden. Wasser lässt sich z. B. geschmacklich und optisch mit Zitrusfrüchten, Gurken oder Minzblätter aufpeppen. (Foto: Fotolia / 9dreamstudio)
Beim Intervallfasten sollten viele kalorienarme Getränke konsumiert werden. Wasser lässt sich z. B. geschmacklich und optisch mit Zitrusfrüchten, Gurken oder Minzblätter aufpeppen. (Foto: Fotolia / 9dreamstudio)

Es gibt verschiedene Formen des Intervallfastens.

(iwg/fru) Die Ursprünge des Fastens wie wir es heute kennen sind religiöser Natur. Primär ist es jedoch eine bemerkenswerte physiologische Fähigkeit von Menschen und Tieren. „Fasten ist die Fähigkeit, für eine begrenzte Zeit den Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen bei ausbleibender oder minimaler Nahrungsaufnahme über den Verdauungstrakt ohne gesundheitliche Nachteile aus körpereigenen Reserven zu decken“, heißt es von der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE).

Hinweise auf positive Wirkungen

Mittlerweile ist bei Menschen aus den ursprünglich religiösen Wurzeln des Fastens eine breite Bewegung geworden. Gefastet wird heute im Urlaub, im Alltag oder in Kliniken. Das Wort „Heilfasten“ wurde vom Fastenarzt Otto Buchinger geprägt. Er knüpfte damit im Jahr 1935 an die Urtradition des religiösen Fastens an, wobei er unter „Heil“ sowohl körperliche Gesundheit als auch psychisch-seelisches Gleichgewicht verstand. Für ihn hatte das Fasten also mehrere Dimensionen: eine leibliche, eine psychisch-seelische und auch eine soziale, insbesondere beim Fasten in der Gruppe.

Und es gibt in Studien tatsächlich Hinweise darauf, dass Fasten z. B. eine positive Wirkung bei bestimmten chronischen Erkrankungen haben kann, etwa bei Rheumatoider Arthritis oder Fibromyalgie. Zudem können auch Adipositas und deren Begleiterkrankungen günstig beeinflusst werden, da kaum Kalorien über die Nahrung zugeführt werden. Und Fasten kann des Weiteren bei Gesunden auch vorbeugend zum Einsatz kommen. Gerade das Intervallfasten (intermittierendes Fasten) ist hier eine Fastenform, der verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Stoffwechsel zugeschrieben werden.

Dauer und Häufigkeit entscheidend

Beim Intervallfasten wird tage- oder stundenweise auf Nahrung verzichtet, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die verschiedenen Formen des Intervallfastens unterscheiden sich bezüglich Dauer und Häufigkeit des Nahrungsverzichtes. Bei der 2-Tage-Diät (2-day-diet), die ursprünglich für Brustkrebspatientinnen entwickelt wurde, werden z. B. innerhalb einer Woche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils höchstens 650 Kilokalorien aufgenommen. Die Lebensmittelauswahl sollte dabei kohlenhydratarm und proteinreich sein. Dafür kommen z. B. Fisch, Huhn, Ei, Milchprodukte, Tofu, Gemüse und Obst infrage. An den übrigen fünf Tagen wird eine klassisch mediterrane Ernährungsweise empfohlen.

Hingegen wird bei der 5:2-Diät (The Fast Diet) nach Dr. Michael Mosley an fünf Tagen in der Woche normal gegessen. „Zur Auswahl oder Zubereitung der Lebensmittel gibt es keine speziellen Empfehlungen“, erklärt die DGE. An den anderen beiden Tagen (Fastentagen) ist etwa ein Viertel der sonst üblichen Energiezufuhr gestattet. Zudem wird ein fester Rhythmus für die Fastentage empfohlen, z. B. die Fastentage auf Montag und Freitag legen.

Es gibt noch einige weitere Varianten des Intervallfastens wie beispielsweise das Alternate-Day-Fasting (ADF, auch als „alternierendes Fasten“ bekannt) oder das Dinner-Cancelling bei dem z. B. an zwei bis drei Tagen in der Woche auf das Abendessen verzichtet wird. Bei allen Varianten ist es wichtig, viel Wasser, Tee oder andere kalorienfreie Getränke zu trinken. Am besten lässt man sich anfangs von einem Arzt oder sonstigen Ernährungsberatern zum Intervallfasten anleiten. Für Schwangere, stillende Mütter und Kinder wird Fasten allgemein nicht empfohlen.

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Quellenangaben:
Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE unter https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/dgeinfo/DGEinfo-02-2018-Fasten.pdf und https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaeten-fasten/intervallfasten/ und der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung unter https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/ ff. (abgerufen im April 2019)