Schon kleine Wunden können gefährlich sein

Zum Leistungsspektrum des Podologen gehören unter anderem das Entfernen von Hornhaut und Hühneraugen aber auch Nagelbehandlungen. (Foto: Fotolia / okrasyuk)
Zum Leistungsspektrum des Podologen gehören unter anderem das Entfernen von Hornhaut und Hühneraugen aber auch Nagelbehandlungen. (Foto: Fotolia / okrasyuk)

Patienten mit diabetischem Fuß sollten regelmäßig zum Podologen.

(dbp/nas/fru) Wer sich in Deutschland „Podologe“ oder „Medizinischer Fußpfleger“ nennt, muss eine Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule absolviert haben. Während die kosmetische Fußpflege den pflegerischen und dekorativen Bereich abdeckt, beschäftigen sich Podologen mit der medizinisch notwendigen Vorbeugung, Behandlung und Beratung rund um den Fuß. Dabei werden Gebiete der Diabetologie, Dermatologie, Chirurgie und Orthopädie abgedeckt.

Diabetiker im Fokus

Ein Großteil der Ausbildung und auch der anschließenden Tätigkeit eines Podologen widmet sich den Folgeschäden am Fuß aufgrund des sogenannten Diabetischen Fußsyndroms (DFS). Denn die „Zuckerkrankheit“ kann eine schlechte Durchblutung und Nervenstörungen in den Beinen hervorrufen. Verletzungen und Schmerzen werden dadurch weniger wahrgenommen und Infektionen können sich ausbreiten. Im schlimmsten Fall kann ein offener Fuß zu Amputationen führen. Die regelmäßige Kontrolle beim Podologen auf ärztliche Anordnung soll helfen, solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Neben der gestörten Schmerzwahrnehmung ist auch die Veränderung der Fußarchitektur beim diabetischen Fuß ein Problem: Der Fuß wird breiter, die Zehen werden krumm. Druckstellen und Schwielen können entstehen und zu Geschwüren führen. Selbst kleinste Wunden stellen dann eine Gefahr dar. In normalen Fällen sollte eine Wunde innerhalb von zwei Wochen verheilt sein. Wenn eine Wunde über Wochen nicht verheilen will, sollten die Alarmglocken läuten. Dann sollten Betroffene auf jeden Fall zum Arzt.

Nicht alle Diabetiker betroffen

„Der diabetische Fuß ist ein vielfältiges Krankheitsbild. Es reicht von der einfachen Fußpilz-Infektion bis zu massiven Geschwüren“, erklären die „Internisten im Netz“. Viele Diabetiker leiden demnach bereits zum Zeitpunkt der Diagnose unter den Symptomen eines diabetischen Fußes. Bis zu einem Viertel der Diabetiker sind in ihrem Leben zumindest einmal von wunden Füßen betroffen. Deshalb sollte jeder Diabetiker zu diesem Thema geschult werden und wissen, dass Diabetes die Füße schädigen kann. Denn es gehen in Deutschland jährlich rund 50.000 Amputationen auf das Konto von Diabetes mellitus.

Um das persönliche Risiko oder bereits vorhandene Schädigungen festzustellen, werden vom Arzt zum Beispiel die Fußpulse getastet, denn damit kann die Durchblutung kontrolliert werden. Zudem werden oft mithilfe von Ultraschall oder Röntgenkontrastmitteln die Arterien in den Beinen untersucht. Auch wenn ein diabetischer Fuß anschwillt und überwärmt ist, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Hintergrund können Verstauchungen und Knochenbrüche sein, die aufgrund des fehlenden Schmerzempfindens unbemerkt bleiben und durch fortgesetzte Belastung Veränderungen an den Knochen und Gelenken auslösen.

Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) sollten sich umfassend beim Podologen (medizinischer Fußpfleger) versorgen lassen. Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Beratung zu orthopädischen Hilfsmitteln und geeignetem Schuhwerk, das Entfernen von Hornhaut und Hühneraugen bis hin zu Fußnagelbehandlungen wie Nagelkorrekturspangen (Orthonyxie) oder künstlichem Nagelersatz (Nagelprothetik).

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Online-Informationen des Deutschen Verbands für Podologie unter www.podo-deutschland.de ff. und der „Internisten im Netz“ unter www.internisten-im-netz.de/krankheiten/diabetischer-fuss/was-ist-ein-diabetischer-fuss/ (abgerufen im Januar 2018)