Mehr als nur Entspannungsübungen

Qigong und Tai-Chi - für Jung und Alt geeignet. (Foto: Fotolia / ulza)
Qigong und Tai-Chi - für Jung und Alt geeignet. (Foto: Fotolia / ulza)

Gesundheitsförderung aus Fernost.

(iwg/fru) Wenn man sich die fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) anschaut, fällt einem auf, dass es bei diesem ganzheitlichen Ansatz neben Akupunktur und Moxibustion, Arzneitherapie, Massagetechniken und individuelle Diätetikprogramme, auch Bewegungsübungen gibt und zwar in Form von Qigong und Tai-Chi. Auf den ersten Blick sind diese zwei Bewegungsformen gerade für Laien gar nicht so leicht zu unterscheiden. Laut „Taiji-Forum“ ist Tai-Chi eine echte Kampfkunst, in der die Arbeit mit Energien kultiviert wird. Die Bewegungen können sanft aber auch explosionsartig sein. Beim Qigong hingegen geht es um Energiearbeit mit ausschließlich sanften Bewegungen, welche für viele verschiedene Zwecke eingesetzt werden kann: in der Kampfkunst, in der Therapie, als Sportergänzung oder als Entspannungsmaßnahme.

Regelmäßige Wiederholung

In Deutschland werden Qigong-Übungen meist unter dem Titel „Entspannungsübungen“ angeboten. „Diese Rubrik wird den Möglichkeiten und den Wirkungsbereichen leider gar nicht gerecht“, sagt Katrin Blumenberg auf den Internetseiten des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan (DDQT). Da die Übungen einfach zu erlernen sind, bietet Qigong auf körperlicher Ebene große Vorteile: Denn es kann auch für Menschen nützlich sein, die sich für unsportlich halten, oder in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. „Es gibt Übungen im Stehen, Sitzen, Liegen“, erklärt Blumenberg. Als Vorsorgemaßnahme können die Übungen auf ganz sanfte, nachhaltige Weise auf den Bewegungsapparat und das Herz- Kreislaufsystem wirken und diese stärken.

Ein weiteres, großes Potential liegt auf der psychischen Ebene. Laut Blumenberg bietet Qigong alle Aspekte für eine nachhaltige Veränderung und ein selbstbestimmtes Lernen. Durch regelmäßige Wiederholung kann sich die Wirkung verankern und entfalten. Auch das Einbeziehen verschiedener Sinne sei wichtig, beispielsweise, dass die Übungen mit Musik kombiniert werden. Auch durch Affirmationen (einfache, klare, positiv formulierte Sätze) können unbewusste Ebenen angesprochen werden.

Qi-Fluss im Körper anregen

Beim Qigong sollen die Bewegungen den Qi-Fluss im Körper anregen. Es geht um individuelles, geistiges Wachstum und um körperliche Genesung. Qigong ist eine besondere Form der Energiearbeit. Es gibt sehr viele unterschiedliche Qigong-Übungen. „Dies mag daher rühren, dass im alten China jeder Meister sein Übungssystem und seine Übungen ausschließlich an seine Schüler weitervermittelt hat“, heißt es auf den Internetseiten der Deutschen Qigong Gesellschaft. Da manche Übungen anschließend von den Schülern zu einem eigenen Stil weiterentwickelt oder verändert wurden, ist eine große Vielfalt in den Übungsreihen oder Formen entstanden. Gerade in Deutschland hat sich in den letzten Jahren beispielsweise auch „Kinder-Qigong“ entwickelt.

Jedoch handeln und wirken alle diese unterschiedlichen Übungen nach den gleichen Prinzipien. Sie beeinflussen über die Meridiane den Energiefluss im Körper, indem sie die Aktivität der Lebensenergie Qi harmonisieren oder ganz gezielt lenken und leiten. Bei allen Übungsformen ist die Wechselwirkung zwischen Atem, Vorstellung und Bewegung entscheidend. Gemeinsames Ziel aller Übungen ist die Gesunderhaltung oder Verbesserung der Gesundheit und das Wachstum des Individuums.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen der Deutschen Qigong Gesellschaft unter www.qigong-gesellschaft.de ff., des Tai-Chi Forums Deutschland unter http://www.tai-chi.de/home/wirueberuns.html und des Deutschen Dachverbandes für Qigong und Taijiquan unter https://ddqt.de/taijiquan-qigong/qi-gong-uebungen-zur-kultivierung-von-koerper-und-geist/ (abgerufen im April 2019)