Lästiger Pilzinfekt

Weil der Fußpilz es feucht und warm liebt, gehören Schweißfüße zu seinen liebsten Tummelplätzen. Deshalb im Sommer öfters mal barfuß herumlaufen.  (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
Weil der Fußpilz es feucht und warm liebt, gehören Schweißfüße zu seinen liebsten Tummelplätzen. Deshalb im Sommer öfters mal barfuß herumlaufen. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)

Die Folgen einer Fußpilzerkrankung werden oft unterschätzt.

(iwg/fru) Fußpilz entsteht durch eine Infektion mit Hautpilzen (Fadenpilze) und zeigt sich durch rote, schuppende, juckende und brennende Stellen auf der Haut. Die Sporen lieben es feucht und warm und breiten sich bei fehlender Behandlung schnell über den ganzen Fuß aus. Inzwischen leidet rund ein Drittel der Deutschen an Fußmykosen, wie der Pilz im Fachjargon heißt. Männer sind dabei öfter betroffen als Frauen. Fußpilzsporen sind recht resistent und übertragen sich sogar zu Hause im Wäschekorb auf andere Textilien. Sie sterben erst bei einem 60-Grad-Waschgang ab.

Frühe Behandlung empfehlenswert

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, sich mit Fußpilz zu infizieren. Grund ist eine im Alter oft herabgesetzte Immunabwehr. Zudem sind Menschen mit Diabetes besonders häufig von einem chronischen Verlauf betroffen, weil sie die Ausbreitung zu spät bemerken. Der Pilz entwickelt sich nämlich schleichend und anfangs heimlich. In der Regel siedelt er sich zunächst in den Zehenzwischenräumen an und macht sich später durch Juckreiz, gerötete oder weiß aufgequollene Hautstellen bemerkbar. Dann ist es höchste Zeit für eine Therapie – und zwar über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Denn durch eine frühe und konsequente Behandlung kann man i.d.R. auch eine Ausbreitung auf den Nagel verhindern, wo man ihn schwerer wieder loswird.

Weil der Pilz es feucht und warm liebt, gehören Schweißfüße zu seinen liebsten Tummelplätzen. Deshalb sollte man beim Schuh- und Strumpfmaterial die atmungsaktiven Varianten wählen – z. B. Leder, Baumwolle oder Mikrofaser. Aber auch in öffentlichen Duschen und Schwimmbädern überträgt sich der Pilz gerne von Fuß zu Fuß. Badeschlappen können hier vor einer Infektion schützen. Manche neigen auch trotz solcher Vorsichtsmaßnahmen zu immer wiederkehrendem Pilz, vermutlich gibt es eine genetische Veranlagung dazu. Hier kann die dauerhafte Anwendung spezieller Anti-Pilzcremes oder -salben (Antimykotika) sinnvoll sein, die es auch rezeptfrei in der Apotheke gibt. Empfehlenswert ist zudem die Begutachtung durch einen Hautarzt oder Podologen bzw. medizinischen Fußpfleger.

Folgeerkrankungen möglich

Wird Fußpilz nicht behandelt, kann er ernste Folgen für die Gesundheit haben, insbesondere, wenn er sich zwischen den Zehen angesiedelt hat. Ein solcher Fußpilz geht nämlich meist mit offener Haut einher, was z. B. die Entwicklung von Rotlauf, auch Wundrose genannt, begünstigt. Das ist eine bakterielle Infektion, die mehrtägig im Krankenhaus unter anderem mittels Infusionen behandelt werden muss. Vom Zehenzwischenraum kann sich der Fußpilz unbehandelt auch auf Fußrücken, Fußsohle oder Ferse ausbreiten. Nicht selten werden die Pilze auch auf andere Körperregionen, zum Beispiel die Leistenbeuge, übertragen.

Bei der häuslichen Fußpilzbehandlung ist es daher wichtig, nach jedem Wasserkontakt die Füße und besonders die Zehen und Zehenzwischenräume gründlich abzutrocknen. Danach sollte eine antimykotische Creme oder Tinktur auf Haut und Nägel aufgetragen werden, gut einziehen lassen und nur luftdurchlässige Socken und Schuhe tragen. Und ganz wichtig: Die Behandlung nicht zu früh einstellen und mindestens drei bis sechs Wochen durchführen.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen des Zentralverbands der Podologen Deutschlands unter https://www.podo-deutschland.de/ ff., der Ärztekammer Vorarlberg unter https://www.aekvbg.or.at/aek/dyn/distributor?page=attshow&id=1532 und dem Portal Gesundheit aktuell unter https://www.gesundheit-aktuell.de/artikel/aerzte-warnen-vor-einer-nicht-behandlung-von-fusspilz.html (abgerufen im April 2019)