Behandlungsfehler in der Zahnmedizin

Gerade bei Senioren können schlechtsitzende oder lockere Zahnprothesen z. B. zu Schluckstörungen (Dysphagien) mit bedrohlichen Folgen führen. (Foto: proDente e.V. / Peter Vogt)
Gerade bei Senioren können schlechtsitzende oder lockere Zahnprothesen z. B. zu Schluckstörungen (Dysphagien) mit bedrohlichen Folgen führen. (Foto: proDente e.V. / Peter Vogt)

Falsch gearbeitete Füllungen und Zahnersatz können Folgeerkrankungen auslösen.

(iwg/fru) Nicht immer läuft eine Zahnbehandlung optimal: Fehler können sowohl in der Zahnarztpraxis passieren als auch im Dentallabor. Beispielsweise können Operationsfehler vorkommen, Füllungen werden nicht richtig gesetzt oder Kronen und Brücken wurden falsch gearbeitet und passen nicht. In solchen Fällen können Patienten von Folgeerkrankungen betroffen sein. Teilweise wissen sie nicht einmal, dass z. B. Schmerzen in anderen Körperregionen durch den zahnmedizinischen Behandlungsfehler ausgelöst werden und so beginnt dann für viele eine Odyssee, die teilweise über Humanmediziner und Alternativmediziner geht, obwohl der Ursprung der Erkrankung im Mund liegt. Und wenn keine richtige Diagnose vorliegt, kann die Ursache nicht behandelt werden – man therapiert lediglich die auftretenden Symptome.

Fehlerhafte Bisslage kann zu Schmerzen führen

Die Ursache von Rückenschmerzen, Kopfschmerzen einem Beckenschiefstand oder auch von Ohrgeräuschen (Tinnitus) liegt oft im Mund. Denn mangelhafte Füllungen oder Brücken sind z. B. häufig die Ursache für eine fehlerhafte Bisslage, erklärt Dr. Helmut Huf, naturheilkundlicher Zahnarzt aus Lübeck auf dem Portal www.implantate.com. Wenn die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer nicht mehr stimmt, versucht die Kiefermuskulatur, die Fehlstellung durch kräftigeres Zubeißen auszugleichen. Weitere Folgen können auch Zahnlockerungen und Zahnwanderungen sein.

Schlechtsitzende oder lockere Zahnprothesen können zudem gerade bei Senioren zu Schluckstörungen (Dysphagien) mit bedrohlichen Folgen führen. Gerade in der Anpassungsphase könne eine lockere Prothese als „Fremdkörper“ im Mund die Wahrnehmung von Speise und Flüssigkeit reduzieren und zur verminderten Kontrolle der Muskelspannung führen, erklärt Dr. Heidrun Schröter-Morasch von der Klinik Bogenhausen auf den Seiten www.zwp-online.de. Das könne ein vorzeitiges Abgleiten von Nahrung in den Rachen und in den noch geöffneten Kehlkopf sowie in die Luftröhre bedingen. Nahrung oder Flüssigkeit in den Atemwegen können wiederrum zu lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen führen: Chronische Bronchitis und Lungenentzündung bis hin zu Lungenversagen können dann die Folgen einer Schluckstörung sein. Hinzu kommt, dass bei diesen Patienten auch oft eine Mangelernährung vorliegt. Wenn einem Patienten also nach der Behandlung bei seinem Zahnarzt eine fehlerhafte Arbeit auffällt, sollte er ihn darauf ansprechen. In der Regel findet man dann gemeinsam eine Lösung und vermeidet dadurch mögliche Folgeerkrankungen.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen des Portals Implantate.com unter https://www.implantate.com/news/rueckenschmerzen-die-zaehne-koennen-schuld-sein.html und des Portals ZWP Online unter https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/wissenschaft-und-forschung/schluckstoerungen-durch-zahnprothesen (abgerufen im Dezember 2018)