Alternative zu Medikamenten

Zum Behandlungsspektrum bei Rückenschmerz gehören neben Krankengymnastik auch viele weitere physiotherapeutische Maßnahmen. (Foto. Fotolia / Racle Fotodesign)
Zum Behandlungsspektrum bei Rückenschmerz gehören neben Krankengymnastik auch viele weitere physiotherapeutische Maßnahmen. (Foto. Fotolia / Racle Fotodesign)

Wie Physiotherapie bei Rückenschmerzen helfen kann.

(iwg/fru) Gegen Schmerzen im Rücken nehmen die meisten Patienten Medikamente ein. Aber auch die Physiotherapie spielt in der Behandlung von Rückenschmerzen eine wichtige Rolle, insbesondere bei solchen, die länger als drei Monate andauern. Dieser Nutzen ist bei solchen chronischen Rückenschmerzen laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auch wissenschaftlich anhand von Studien belegt. Physiotherapeutische Anwendungen haben dabei das Ziel, die Funktionsfähigkeit des gesamten Bewegungsapparats zu verbessern, zu erhalten oder auch wiederherzustellen. In der Regel legt der Physiotherapeut dabei gemeinsam mit dem Patienten kurz- und langfristige Ziele fest, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden.

Krankengymnastik ist wichtige Säule im Behandlungsschema

Die Therapiemethode und die Ziele werden für jeden Patienten individuell festgelegt. Hierfür werden insbesondere die Art der Erkrankung sowie das Alter des Patienten berücksichtigt. So kommen z. B. nach einer Bandscheiben-Operation die Linderung starker Schmerzen oder auch die Stärkung der Rückenmuskulatur als kurzfristige Ziele infrage. Mittelfristig sollten die physiotherapeutischen Anwendungen den Patienten dabei unterstützen, wieder seinem gewohnten Beruf nachzugehen oder sich wieder sportlich betätigen zu können. Denn Bewegung ist bei Rückenleiden das A und O.

Zu den möglichen physiotherapeutischen Maßnahmen, die bei Rückenschmerzen zum Einsatz kommen, gehören längst nicht nur die bekannte Krankengymnastik. Diese ist jedoch als Teil der Bewegungstherapie eine wichtige Säule im Behandlungsschema. Der Rückenschmerz-Patient lernt hier verschiedene Übungen, die seine Muskulatur dauerhaft kräftigen und Fehlhaltungen und Bewegungsstörungen entgegenwirken können. Anhand verschiedener Methoden wie Haltungs-, Gang- und Gleichgewichtsschulung, Übungen zur Koordination von Atmung und Bewegung sowie Ausdauer- und Schnellkraftübungen können bestehende Funktionsverluste positiv beeinflusst oder sogar rückgängig gemacht werden.

Wärme, Entspannungsverfahren & Co.

Der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) zählt auf seinen Internetseiten weitere Verfahren auf, die heutzutage in einer physiotherapeutischen Praxis für Patienten zur Bekämpfung von Rückenschmerzen zur Verfügung stehen können. Dazu gehören neben der Patientenberatung und Aufklärung die progressive Muskelrelaxation, die Rückenschule auf bio-psycho-sozialem Ansatz, sonstige Entspannungsverfahren oder die kognitive Verhaltenstherapie.

Auch Wärme wird von vielen Rückenschmerzpatienten als angenehm empfunden. Sie wirkt entspannend auf die Muskulatur und fördert deren Durchblutung. So stehen als physiotherapeutische Behandlungsmaßnahmen auch warme Bäder, Sauna, Heißluftbehandlung, Rotlicht sowie die Anwendung von Wickeln oder Fango-Packungen zur Verfügung. Wärmend und durchblutungsfördernd wirken auch Rheumasalben und so genannte ABC-Pflaster. Da letztere allerdings zu Hautreizungen führen können, sollten sie immer nur kurzzeitig angewendet werden und sie sind auch nicht für jeden Patienten geeignet.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen der Seite Physio Deutschland des Deutschen Verbands für Physiotherapie (ZVK) unter https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/krankheitsbilder/orthopaedische-erkrankungen/rueckenschmerzen.html, des Portals gesundheitsinformation.de unter https://www.gesundheitsinformation.de/warum-bewegung-bei-rueckenschmerzen-wichtig-ist.2378.de.html?part=behandlung-z4 (abgerufen im Februar 2019)